Drehorgel und Leierkasten

Fachbegriffe

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Abstrompneumatik (Abstrompneumatik)

Der Begriff Abstrompneumatik bezeichnet die Art und Weise, wie ein Ton erzeugt wird. Bei der Abstrompneumatik steht ein Arbeits-Luftdruck in den Kondukten zur Verfügung, der bei Bedarf zusammenbricht, sobald ein Loch des Notenbandes über ein gleiches Loch der Steuerleiste gleitet. Durch den abfallenden Luftdruck fällt eine Membrane in der Windlade herunter, worüber wiederum ein Tonventil angesteuert wird. Über das Tonventil erhält die Pfeife erst den Befehl zu "pfeifen".

Affe (Affe)

Der Affe auf der Drehorgel hat heute nur noch eine symbolische Bedeutung und ist meist ein Stoffaffe oder ein Plüschtier.
In früheren Zeiten um 1920 bis 1970 waren die Affen ständige Begleiter von Drehorgelspielern. Meist waren es Affen der Gattung "Grüne Meerkatzen" bzw. Kapuzineraffen und waren handzahm dressiert. Wenn Drehorgelspieler damals in Hinterhöfen spielten, wickelten die damaligen Hausfrauen mehrere Groschen (10 Pfennigstücke) in Zeitungspapier ein und warfen diese aus dem Fenster in die Nähe des Drehorgelspielers. Der Affe hatte die Aufgabe, diese Geldgeschenke oder auch einzelnen Münzen einzusammeln - ohne dass der Drehorgelspieler seine Musik unterbrechen musste. Aufgrund verschärfter Bestimmungen im Tierschutzgesetz mussten sich viele Drehorgelspieler von ihrem Affen trennen.
Heute sieht man oft noch einen Affen auf der Drehorgel aus Plüsch, nur noch als Symbol aus früheren Zeiten.

Ariston (Ariston)

Ariston ist eine mechanische Organetten-Tischdrehorgel die mit Metall-Zungentechnik sogenannte Notenscheiben-Lochplatten abspielt. (24 Tonstufen)
 

Arrangement (Arrangement)

Arrangement - (franz. = Zusammenstellung) bedeutet ein Musikstück umzusetzen und an ein bestimmtes Musikinstrument anzupassen (arrangieren). Der Arrangeur bedient sich dabei auch der "transkription".

B
Bänkelsang (Bänkelsang)

Bänkelgesang waren erzählende Lieder mit dramatischen Inhalten. Diese wurden von Darstellern auf Holzbänken vorgetragen, um vom Publikum besser gesehen zu werden. Zur Illustration des Bänkelsangs wurden Geschichten auf Tafeln gemalt, die das erzählende Szenarium darstellte. Die Drehorgel diente hierfür als dramatische Hintergrundmusik.
 

Blasebalg (Blasebalg)

Der Blasebalg erzeugt die nötige Druckluft, welche mit der Kurbelbetätigung erzeugt wird. Die erzeugte Druckluft wird in einem Magazinbalg zwischengespeichert und sorgt für einen gleichmässigen Winddruck, um den Bedarf der einzelnen Pfeifen abzudecken.
 

Bodenplatte (Bodenplatte)

Die Bodenplatte ist die unterste Etage einer Drehorgel zwischen Oberkasten und Unterkasten. Auf der Oberseite der Bodenplatte ist der Blasebalg und Magazinbalg befestigt. Auch der Pfeifenstock ist oberhalb der Bodenplatte angebracht. Auf der Unterseite der Bodenplatte befinden sich die Basspfeifen.

Bourdun (Bourdun)

Bourdunpfeifen sind oben geschlossene Pfeifen und heissen "gedackt" bzw. gedeckte Pfeifen.

G
Gaviolibart (Gaviolibart)

Der Gaviolibart wurde ehemals erfunden von der Firma Gavioli & Cie, Paris.
Diesen von Gavioli erfundenen gebogenen Bügel aus Messing am Pfeifenloch,
verhindert, daß die Peife einen Fehlton erzeugt.

Gedackt (Gedackt)

Gedackte Pfeifen sind oben geschlossene Pfeifen bzw. Gedeckt = oben abgedeckte Pfeifen.

H
Harmonipan (Harmonipan)

Harmonipan-Drehorgel bedeutet, ein (oder mehrere) "gedackte" Register an Pfeifen werden gespielt - inkl. Bässe plus Panpfeifen.

I
Intonation (Intonation)
Klangliche Einrichtung (Feinabstimmung) der Orgelpfeifen untereinander und zueinander. Jede Pfeife im Pfeifenprospekt wird zu den Klängen, Tonhöhen und Lautstärken aller weiteren Pfeifen harmonisch abgestimmt. Dabei werden auch die Klänge der weiteren Register im Verhältnis zueinander klanglich angepasst.
Intonierlade (Intonierlade)
Eine Intonierlade ist eine Stimmhilfe des Drehorgelbauer. Die Intonierlade ist mit Probierpfeifen bzw. Stimmpfeifen auf einer Lade (Leiste) aufgestellt, um mit dessen Hilfe die einzelnen Pfeifen der Orgel einstimmen zu können. Die Intonierlade ist mit einem elektr. Gebläse ausgestattet, um einzelne Pfeifen ertönen zu lassen. Anhand der Töne der Intonierlade werden die Töne der einzelnen Pfeifen einer Drehorgel angepasst. Die Intonierlade ist sozusagen eine Einstimmhilfe für Orgelbauer.
K
Kanzelle (Kanzelle)
Kanzelle ist ein hölzerner Windkanal (Tunnel), der eine einzelne Orgelpfeife mit Luft versorgt, die von der Windlade entfernt steht. Eine Kanzelle ist sozusagen ein hölzener Schlauchkanal, der von der Windlade zur Pfeife führt.
Kondukte (Kondukte)
(lateinisch von conducere = zusammenführen, verbinden) Kondukt ist ein Luftweg über Rohre (Schläuche), die einzelne Prospektpfeifen mit Wind versorgen, welche nicht direkt auf der Windlade stehen.
M
Magazinbalg (Magazinbalg)
Der Magazinbalg ist ein "Luft-Speicher", der von dem Blasebalg versorgt wird. Der Magazinbalg sitzt direkt über dem Blasebalg. Wird zuviel Luft in den Magazinbalg gepumpt, obwohl diese nicht von dem gerade gespielten Lied gebraucht wird, dann sorgt ein Überdruckventil dafür, daß überschüssige Luft abgeblasen wird, bis wieder der nötige Vorrat an Luft vorhanden ist.
P
Portativ (Portativ)
Das Portativ ist eine kleine tragbare Kleinorgel die mit Zungenpfeifen bestückt ist. Das besondere am Portativ ist, daß diese direkt über eine kleine Klaviatur bespielt werden kann. Das Portativ wird auch Regal genannt.
T
Tonstufenzahl (Tonstufenzahl)

Gängige Drehorgeln haben Töne von 16, 20, 26, 30, 31, 36, 37, 38, 42, 43, 44, 45, 47 und 50 Tonstufen.
Drehorgeln sind aufgrund ihrer Grösse keine vollwertigen Orgeln. Sie sind in ihrer Tonstufenzahl begrenzt und nicht chromatisch, d.h. sie verfügen nicht über alle Töne und lassen sich daher nur in bestimmten Tonarten spielen. Zum Ausgleich dafür sind die Melodien so virtuos gestaltet, dass der Eindruck einer grossen Klangfülle entsteht. Je mehr Register vorhanden sind, desto grösser wird der Eindruck der Klangfülle.
Eine 20-stufige Drehorgel kann z.B. 78 Pfeifen haben, die auf sechs verschiedene Register verteilt ist, oder sie kann auf einem Register spielen, mit nur 20 Pfeifen.


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